PCMCIA: Bezeichnung für ein Standardisierungs-Gremium und den von ihm entwickelten Standard für Notebook-Erweiterungskarten

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Notebook Lexikon: PCMCIA ...

... bezeichnet den Meister und sein Werk

PCMCIA bezeichnet eigentlich nur das Standardisierungsgremium, das die verschiedenen Standards von Erweiterungskarten für Notebook Computer veröffentlicht und weiterentwickelt.

PCMCIA steht dabei für "Personal Computer Memory Card International Association" und bedeutet soviel wie "Internationale Vereinigung für Personalcomputer-Speicherkarten". Diese, angesichts der heutigen Funktionsvielfalt von PCMCIA Karten kaum verständliche Bezeichnung rührt daher, daß der PCMCIA Standard in seiner ursprünglichen Form tatsächlich nur als einheitliche Norm für Speichererweiterungskarten entwickelt wurde.

PCMCIA steht also für 3 Dinge: Die PCMCIA Organisation als Gremium, die von Ihr veröffentlichten Standards und die auf diesen Standards basierenden Produkte. Dabei können PCMCIA-Karten sowohl als 16bit- und als 32bit-Version auftreten. Die 32bit PCMCIA Karten werden auch als "Cardbus" PCMCIA Cards bezeichnet.

PC-Card ist nicht zwangsläufig 32bit Cardbus

Die weit verbreitete Gleichsetzung von PC-Card mit 32bit Cardbus beruht darauf, dass der Begriff PC-Card erstmals mit der Einführung des 32bit-Cardbus Standards (PC Card Standard 5.0) 1995 auftauchte.

Unter der Bezeichnung PC-Card sind aber beide Typen - ältere 16bit Cards und neuere 32bit Cardbus Karten - zusammengefasst. Richtig und korrekt im Sinne des PCMCIA-Standards wäre also die Bezeichnung "PC-Card" zusammen mit der Angabe, nach welchem Standard die Karte arbeitet (16bit oder 32bit Cardbus).

Ebenso falsch ist auch die umgekehrte Annahme, nach der eine PCMCIA Karte immer eine 16bit Card sein müsse. Auch hier gilt, es kann sich sowohl um eine 16bit Karte als auch um eine 32bit Cardbus Card handeln.

Als Händler sollte man daher die Bezeichnungen "PC-Card" und "PCMCIA Karte" immer um die Angabe erweitern, nach welchem Standard bzw. Bussystem die Karte arbeitet (16bit oder 32bit Cardbus) - man erspart seinen Kunden unnötige Fehlkäufe und sich die eine oder andere Supportanfrage.

Und als Käufer gilt es, nicht davon auszugehen, daß es sich bei einer PCMCIA-Karte nur um eine 16bit Card handeln kann bzw. daß eine PC-Card immer Cardbus meint. Ist keine Angabe zum verwendeten Bussystem (16bit oder Cardbus) vorhanden, sollte in jedem Fall vorher beim Anbieter oder Hersteller nachgefragt werden.

PCMCIA Karten als (Fast-) Alleskönner

Es gibt praktisch kaum eine Anwendung, die nicht durch moderne PCMCIA Karten in ein Notebook implementiert werden kann. Seit der Integration von Zoomed Video in den Cardbus-Standard sind auch aufwendige Multimedia-Funktionen kein Problem mehr.

Die klassischen Anwendungen als Modemkarte, ISDN-Adapter oder Ethernetkarte spielen heute kaum noch eine Rolle - die entsprechende Funktionalität ist - wie im Falle von LAN und Modem - bereits in fast allen neuen Notebooks integriert oder wird durch andere Möglichkeiten ersetzt (Internet per DSL/WLAN statt ISDN). Wireless LAN wird per PCMCIA Card in Notebooks integriert, falls kein internes WLAN Modul als Mini-PCI Karte vorhanden ist.

Ein nach wie vor großer Vorteil von PCMCIA Karten ist die Möglichkeit, am Notebook selbst nicht oder nicht in ausreichender Zahl vorhandene Schnittstellen nachzurüsten. Damit können neue Schnittstellen-Standards in Notebooks ähnlich einfach in bestehende Systeme integriert werden wie dies bei PCs über den PCI-Steckplatz der Fall ist. Beispiele hierfür sind z.B. Firewire bzw. Firewire800, USB2.0, S-ATA bzw. eSATA, SCSI und Bluetooth, aber auch exotische Standards wie GPIB, RS-485.

Für Notebook-Nutzer eine große Rolle spielt auch die Möglichkeit, ältere Schnittstellen-Typen als PCMCIA Karte nachzurüsten. Ein Notebookgehäuse bietet nur wenig Platz für die Unterbringung der benötigten Standard-Schnittstellen. Um Platz für moderne Schnittstellentypen zu schaffen und Kosten zu sparen, verzichten die Hersteller bei Notebooks wesentlich früher auf selten genutzte Schnittstellen, als dies beim Desktop PC der Fall wäre - ein serieller Port und ein paralleler Druckeranschluß fehlen bei den meisten neueren Notebooks.

Immer größere Bedeutung gewinnen Multimedia-Komponenten per PCMCIA Karte. Die Bandbreite reicht hier von TV-Tuner Karten, Soundkarten und DVB-T Receiver über Videoschnitt-Lösungen bis hin zu Grafikkarten.

Mit dem neuen Expresscard Standard wird die Bedeutung und die Vielfalt bei den multimedialen Anwendungen noch zunehmen. Die bei Expresscard möglichen höheren Datenraten, forcierte Integration auch in Desktop-PCs (und damit universellere Verwendbarkeit) und die parallele Nutzung mehrerer bereits etablierter Hochgeschwindigkeits-Standards zur Datenübertragung eröffnen hier weitere ganz neue Möglichkeiten. Ob sich für den äußerlich wie technisch radikal veränderten neuen Standard die Bezeichnung "Expresscard" durchsetzt oder ob man analog zu den Vorläufern von "PCMCIA Expresscard" sprechen wird, ist noch nicht erkennbar.

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